Nach der erfolgreichen Qualifikation bei den Landesmeisterschaften der Leistungsklassen ging es für mich am Donnerstag, dem 04.06.2026 endlich zu den Deutschen Meisterschaften im Rahmen der TT-Finals nach Erfurt.
Kaum angekommen, ging es abends auch schon zum ersten Training in die Wettkampfhalle. Zum ersten Mal die Spielbedingungen testen, die Atmosphäre aufsaugen und realisieren, dass man tatsächlich hier dabei ist – das war schon ein besonderer Moment. Gemeinsam mit Spielerinnen und Spielern befreundeter Vereine aus Sachsen wurde trainiert, gefachsimpelt und die Vorfreude auf den nächsten Tag geteilt.
Am Freitagmorgen wurde es dann ernst. Martin stieß als Coach bereits früh dazu (natürlich mit Tresi im Gepäck), damit wir gemeinsam in den ersten Turniertag starten konnten. Das Einspielen lief gut, trotzdem war die Aufregung riesig.
Martins Tipp gegen die Nervosität: ein paar Hampelmänner vor dem Spiel. Gesagt, getan; die Übung wurde schnell zum festen Bestandteil meiner Warm-up-Routine. Spätestens nach dem Gruppensieg war klar: An der Methode wird nicht mehr gerüttelt. Ob die Gegnerinnen das für Vorbereitung oder Überschussenergie hielten, keine Ahnung, aber geholfen hat es jedenfalls.

Für Unterstützung war ebenfalls gesorgt: Olli und Benni reisten Freitag vormittag an und später stießen auch Teamkollegen Nils und Micha dazu. Damit war die Unterstützung am Spielfeldrand gesichert, die in Sachen Lautstärke und Optimismus absolut bundesligatauglich war.
Was dann sportlich passierte, hat Martin vermutlich ohnehin besser wahrgenommen als ich zwischen der Aufregung und dem Adrenalin. Deshalb an dieser Stelle der Blick von außen:
„Erfurt, Messehalle, Gänsehaut-Atmosphäre. Doch der Start in die TT Finals hätte für Susi nicht härter sein können. Das erste Einzel in der LK B? Ein purer Nervenkrieg. Beide Hände zitterten, am Ende stand ein unglückliches 2:3 auf der Anzeige. Die Enttäuschung war groß, doch Susi hatte ein Ass im Ärmel: Die Erinnerung an die Quali, wo genau dieser Fehlstart der Zünder für ihren Erfolg war.
Und sie lieferte ab. In den nächsten zwei Gruppenspielen (eins davon noch Freitag, das nächste dann Samstag) ließ sie ihren Gegnerinnen nicht den Hauch einer Chance – zweimal 3:0, Gruppensieg, Ansage gemacht! Den Schwung nahm sie mit ins Achtelfinale: Taktik, Technik, Wille – alles auf Champions-Niveau. Ein weiteres souveränes 3:0 katapultierte sie in den Finaltag.

Zwischen dem Adrenalin an der Platte gab es Gänsehaut auf der Tribüne. Als kleine, eingeschworene Truppe inhalierten wir die Profi-Duelle der Centercourts – Weltklasse-Tischtennis als Treibstoff für den eigenen Traum. Dass im Damen Doppel trotz super Chemie im fünften Satz das Glück fehlte und im Mixed die Harmonie zum Partner eher auf Funkstille schaltete, hakten wir als ‚Erfahrungswerte‘ ab.
Am nächsten Morgen im Viertelfinale dann die Ernüchterung: Der Rhythmus war weg, die Trefferquote im Keller. Ein glattes 0:3 besiegelte das Ende der Reise. Aber auch wenn die Enttäuschung noch tief sitzt, steht für mich als Coach fest: Wer sich nach so einem Start unter die Top 8 Deutschlands kämpft, hat mehr gewonnen als nur ein Spiel. Der Stolz kommt vielleicht erst morgen, aber er ist verdammt verdient!“
Auch einige Tage und Wochen später überwiegt vor allem eines: die Freude, dabei gewesen zu sein. Die TT-Finals waren für mich weit mehr als nur ein Turnier. Überall in den Hallen trifft man Tischtennisbegeisterte aus ganz Deutschland und sammelt Eindrücke und Erfahrungen, die man so schnell nicht vergisst.

Neben den eigenen Spielen blieb natürlich auch Zeit, die Profis in Halle 1 zu beobachten. Das wurde schnell zum festen Abendprogramm. Oft saßen wir noch stundenlang am Centercourt und verfolgten die beeindruckenden Ballwechsel und die besondere Atmosphäre live. Anschließend ging es gemeinsam zurück zur Unterkunft, wo wir den Tag Revue passieren ließen, viel lachten und feststellen mussten, dass der schwierigste Zugang des Tages nicht ins Viertelfinale, sondern zeitweise für Nils zurück in die Wohnung führte.

Für mich war die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften ein tolles Erlebnis, das mir unglaublich viel Spaß gemacht hat. Ein großer Dank geht an Martin für die super Unterstützung, das Coaching und die Begleitung während des gesamten Turniers. Ebenso danke an alle, die vor Ort mitgefiebert, Daumen gedrückt oder anderweitig unterstützt haben!
Am Ende steht ein Platz unter den besten Acht Deutschlands in der Leistungsklasse B und ein Wochenende, das noch lange in Erinnerung bleiben wird.
