Wer behauptet, mit 68 Jahren und über 25 Jahren Vereinstreue habe man im Tischtennis schon alles gesehen, der kennt Helmuts Schlägertasche nicht. Während andere in der 4. Mannschaft auf bewährte Klassiker schwören, bricht Helmut mit der runden Geometrie-Norm: Seit Herbst 2024 geht er mit Ecken und Kanten an die Platte – im wahrsten Sinne des Wortes.

Steckbrief

  • Name: Helmut Seidel
  • Alter: 68 Jahre
  • Team: 4. Mannschaft
  • Im Verein seit: 1998
  • Schokoladenseite: RĂĽckhand
  • Holz: Stiga Banda Allround Future (Cybershape / sechseckig)
  • Vorhand: Stiga ECO Future
  • RĂĽckhand: Stiga DNA Dragon Grip
  • Setup-Start: Herbst 2024

Die Geometrie des Erfolgs: 7 % mehr Trefferfläche

Warum rund spielen, wenn es auch sechseckig geht? Bei der Holzwahl fackelte Helmut nicht lange: Stiga Banda Allround Future, kantige Form. Das bringt handfeste Vorteile: rund 7 % mehr Trefferfläche im oberen Schlägerbereich. Wenn Helmut den Schläger hebt, sieht das modern aus – und spielt sich vor allem verdammt stabil.

Passend dazu setzt er auf eine eigenwillige, aber durchdachte Belag-Kombination: Auf der Rückhand sorgt der klebrig-griffige Stiga DNA Dragon Grip für die nötige Bissigkeit am Tisch. Auf der Vorhand wiederum regiert die Vernunft: Mit dem Stiga ECO Future verbindet Helmut solide Ballkontrolle mit einem ökologischen Ansatz.

Verändert wurde an dem Schläger nach dem Zusammenbau nichts mehr. Kein Griffband-Gebastel, kein Kantentape-Tuning. Das Teil bleibt, wie es ist.

Drei Jahre Ruhe im Karton

Helmut gehört definitiv nicht zur Fraktion der chronischen Materialtester, die nach jedem verlorenen Satz den Schlägerkoffer plündern. Ein neuer Belag kommt erst auf das Holz, wenn der alte wirklich abgespielt ist – und das dauert bei ihm rund drei Jahre.

Auf die Frage nach früheren Schlägern zuckt er trocken mit den Schultern: „Nicht mehr bekannt.“ Fehlkäufe, die ihm heute noch leid tun? „Eher nicht.“ Beeinflusst von Trainern, Teamkollegen oder YouTube-Materialexperten? Fehlanzeige. Helmut weiß selbst, was er am Tisch braucht.

Im Spielgefühl fasst er sein Setup präzise in drei Worten zusammen: Handlich, kontrolliert, nicht zu schnell. Besonders dann, wenn es in der Halbdistanz brenzlig wird und schnelle Reaktionen gefragt sind, hält ihm die vergrößerte Schlägerfläche den Rücken frei. An neues Material gewöhnt er sich ohnehin im Handumdrehen: Nach zwei bis drei Einheiten sitzt jeder Ball.

„Aus mir ist mehr herauszuholen!“

Obwohl der Schläger verlässlich funktioniert, würde Helmut die Kombination einem Anfänger nicht ohne Weiteres in die Hand drücken. Die Kombination aus kantigem Holz und speziellem Griff verlangt eine saubere Kugel.

Und was würde das Racket sagen, wenn es nach dem Punktspiel sprechen könnte?

„Aus mir ist mehr herauszuholen!“

Selbstkritik mit einem Augenzwinkern. Seinen Schläger vor dem Punktspiel zu Hause vergessen? Ausgeschlossen. „Kommt nicht vor – eher vergesse ich das passende Vereinstrikot!“

Helmuts wichtigster Rat an alle, die gerade überlegen, ihr Material zu wechseln: „Besser probieren vor dem Kauf.“ Keine Hypes mitmachen, sondern selbst testen, wie der Ball abspringt.

Du willst deinen Schläger auch mal im Spotlight sehen?

Hast auch du ein ungewöhnliches Setup, uralte Beläge oder eine ganz besondere Beziehung zu deinem Holz? Dann sprich uns einfach beim nächsten Training an – und vielleicht bist du der nächste „Schläger des Monats“!

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