„Ich musste erst Parkinson bekommen, um einmal bei einer Weltmeisterschaft anzutreten.“

Als Armin Dittrich diesen Satz ausspricht, schwingt darin keine Resignation mit, sondern pure Dankbarkeit. Zusammen mit Felix Bühler war er Ende September für den SV Tresenwald e.V. Machern bei der 7. PingPongParkinson-Weltmeisterschaft in Hannover. Vier Tage lang teilten sie sich die Halle mit 800 Spielerinnen und Spielern aus 35 Nationen. Was alle im Saal verband: dieselbe Diagnose – und der feste Wille, sich davon nicht den Takt vorgeben zu lassen.

Am Tisch gegen Spanien, Israel und die eigenen Grenzen

Für unseren Stützpunkt in Machern, der erst im April an den Start ging, war es das erste ganz große internationale Abenteuer. Felix und Armin traten im Einzel in unterschiedlichen Leistungsklassen an und bildeten im Doppel ein Team.

Auf dem Papier liest sich das so: Felix kämpfte sich im Einzel stark bis unter die besten 32, Armin spielte sich in der Trostrunde bis in die Runde der letzten 64. Im Doppel war im zweiten Spiel der Trostrunde gegen eine belgisch-schweizerische Paarung Schluss.

Doch wer einmal in dieser Halle stand, weiß, wie nebensächlich Zahlen hier werden.

Es ging um die Ballwechsel mit Gegnern aus Spanien, Kroatien, Österreich oder Israel. Um den Respekt voreinander. Und um Bilder, die im Kopf bleiben: „Die Symptome sind bei jedem völlig anders“, erzählt Felix rückblickend. „Die einen schlagen Bälle wie Profis, die anderen müssen sich mit einer Hand an der Platte abstützen – und spielen trotzdem mit vollem Einsatz und einem Lachen im Gesicht. Zu sehen, wie niemand klein beigibt, hat mich tief bewegt.“

Einer der intensivsten Momente der Tage: Als die Halle vollkommen ausrastete, der offizielle WM-Song lief und sich Hunderte Menschen auf der Bühne in den Armen lagen. „Da lief mir einfach nur eine dicke Gänsehaut über den Rücken“, erinnert sich Armin. „Genau diese Gemeinschaft habe ich mein ganzes Leben gesucht.“

Ein Sport, der den Kopf freimacht

Dass Tischtennis bei Parkinson hilft, ist wissenschaftlich längst belegt: Die schnellen Reaktionen, die Koordination von Beinen und Händen und der Fokus auf den Ball aktivieren Gehirnareale, die durch die Krankheit blockiert werden.

Viel wichtiger ist aber, was in Machern passiert, wenn montags die Hallentür aufgeht: Hier muss sich niemand für ein Zittern rechtfertigen. Hier geht es nicht um den perfekten Topspin, sondern darum, gemeinsam in Bewegung zu bleiben, Siege zu feiern und Niederlagen mit Humor zu nehmen.

Felix und Armin haben diese Energie aus Hannover mitgebracht. Sie gehört jetzt fest zu unserem Training.

Lust, es selbst auszuprobieren?

Ob du früher aktiv im Verein gespielt hast oder noch nie im Leben einen Schläger in der Hand hieltest: Bei uns fängt jeder genau da an, wo er sich wohlfühlt.

Wir trainieren jeden Montag von 13:00 bis 14:00 Uhr am PingPongParkinson-Stützpunkt des SV Tresenwald e.V. Machern. Schnapp dir einfach ein Paar Hallenschuhe und schau vorbei – völlig unverbindlich.

Und wer weiß: Die nächste Weltmeisterschaft 2027 findet in der Schweiz statt. Vielleicht fahren wir dann schon als ganzes Team.

Kontakt & Schnuppertraining:

Kerstin Dittrich (Stützpunktleiterin)

Telefon: 0163 6883277

E-Mail: Kerstin.dittrich@sv-tresenwald-machern.de

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