Was haben Flipperautomaten und die diesjährigen Landeseinzelmeisterschaften der Leistungsklassen gemeinsam? Richtig: Überall fliegen Bälle durch die Gegend – nur leider nicht immer dahin, wo sie sollen.
Schon das Einspielen hatte Unterhaltungswert. Gefühlt 70 Tische in unmittelbarer Nähe zueinander im idyllisch gelegenen Döbeln. Dazu ein reger Ballverkehr aus allen Richtungen. Wer hier einen Ballwechsel ohne Fremdeinwirkung hinbekam, durfte sich bereits als Sieger fühlen. Konzentration? Eher Glücksspiel.
Dann wurde es ernst.
Gordon (Erwachsene C) startete solide in die Gruppenphase. Nach einem Sieg und zwei Niederlagen (0:3 gegen Naacke, 3:1 gegen Großpietzsch, 0:3 gegen Achatz) war allerdings Schluss. Immerhin: Er konnte sich frühzeitig zurücklehnen und dann schonmal Richtung Erdbeerhof starten. Der Tag wurde also sinnvoll genutzt.
Ich (Susi (Damen B)) eröffnete mein Turnier mit einer ganz eigenen Interpretation von Warten auf Godot: Zwei Stunden lang geschah – nichts. Kein Ball, kein Punkt, nur die leise Hoffnung von “Gleich geht’s los” und das gelegentliche Hochschnellen von der Bank, um zu schauen ob ein Tisch frei ist und wo man gleich aufgerufen werden könnte nur um jedes Mal auf’s Neue enttäuscht zu werden. Während Gordon also schon fast in der Nachbesprechung war, saß ich noch im mentalen Warm-up-Modus.
Dann hat endlich jemand den Startknopf gefunden. Mit dabei: Papa Olli als Coach, Motivator und zuverlässiger Ruhepol am Spielfeldrand.
- Spiel 1 gegen Hiller: 2:3 verloren – klassischer Fehlstart, aber mit fünf Sätzen immerhin maximale Ausbeute fürs Drama.
- Spiel 2 gegen Wölfel: 3:0 gewonnen – klare Ansage.
Jetzt wurde gerechnet, gezittert und vermutlich auch kurz gebetet: In der Dreiergruppe hatte jede Spielerin ein Spiel gewonnen. Also entschied das Satzverhältnis. Und hier kam mein Fünfsatzkrimi aus Spiel 1 plötzlich wie ein strategischer Masterplan daher. Dank der zusätzlichen gewonnenen Sätze: Gruppensieg!
Ab da lief’s:
- Viertelfinale: Freilos (Kräfte sparen – Profizug)
- Halbfinale (gegen Höfer): 3:0
- Finale (gegen Rosinski): 3:1
Ergebnis: 1. Platz in der Leistungsklasse Damen B.
Und damit: Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften der Leistungsklassen im Rahmen der TT-Finals in Erfurt!
Wer weiß – vielleicht war genau das chaotische Einspielen, die anfängliche Geduldsprobe und die kleine Prise Glück, wie bei einem erfolgreichen Flipperspiel, die perfekte Mischung. Ich freue mich auf jeden Fall auf die Finals. Bis dahin!
Tresi… Gooo!!!

