Am 23.04.2026 eröffneten wir mit einer tollen Feier unseren PingPongParkinson-Stützpunkt. Danach ging es nicht minder engagiert, aber deutlich fokussierter weiter: Jetzt stand erst einmal wichtige Basisarbeit an – und es geht mit großen Schritten voran!

Wachstum und gelebte Inklusion

Ganz ohne aktive Öffentlichkeitsarbeit haben wir bereits sieben neue Mitglieder gewonnen (vier weitere befinden sich aktuell noch in der Schnupperphase). Zusammen mit den Gründungsmitgliedern zählt unsere Gruppe nach nur drei Monaten schon stolze 14 aktive Sportlerinnen und Sportler.

Iris kam als eine der Ersten zu uns. Sie sitzt im Rollstuhl, was uns direkt vor die ersten praktischen Aufgaben stellte. Doch wir haben schnell passende Lösungen gefunden: Die Außentür zur kleinen Halle (Spiegelsaal) verfügt über eine Rampe und ermöglicht so einen barrierefreien Zugang. Zudem haben unsere Tische an den Längsseiten keine störenden Verstrebungen, sodass sich der Rollstuhl optimal positionieren lässt. Als ehemalige Sportlerin ist ihr Ehrgeiz sofort neu erwacht und Iris schmettert bereits manch flinke Kelle! Was wir nun noch suchen, ist ein fundierter Austausch zum offiziellen Tischtennis-Regelwerk für Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer.

Matthias hatte zuvor noch nie Tischtennis gespielt und scherzte anfangs, die gelben Bälle hätten verblüffende Ähnlichkeit mit den Eiern seiner Gänse. Nach acht Wochen regelmäßigem Training trifft er den Ball immer sicherer. Auch wenn mal ein Schlag danebengeht: Wir lachen gemeinsam und der Spaß steht an erster Stelle.

Mit 82 Jahren ist Lutz unser ältestes Mitglied – früher spielte er ambitioniert Tischtennis und ist heute noch genauso ehrgeizig wie unser jüngster Spieler. Steve ist 45 Jahre alt, zweifacher Familienvater und meistert den Alltag zwischen Schichtarbeit seiner Frau und den Herausforderungen der Diagnose Parkinson. Für ihn ist Tischtennis ein unverzichtbarer Ausgleich:

„Ich könnte jeden Tag Tischtennis spielen – es ist eine zwar schweißtreibende, aber ungemein erholsame Therapie.“

— Steve (45)

Herzlich willkommen heißen wir auch Ilona, Torsten und Felix. Alle drei sind sehr ballaffin, bringen Vorerfahrung mit und trainieren inzwischen zusätzlich in der Senioren- und Hobbygruppe mit. Ein großes Dankeschön an die gesamte Senioren- und Hobbygruppe für die herzliche Aufnahme! Die sportliche Entwicklung der drei ist beachtlich und überrascht selbst erfahrene Vereinsspieler immer wieder.

Ein geschützter Raum für die ersten Ballwechsel

Dieser behutsame Einstieg war notwendig, um das Training optimal auf die individuellen Bedürfnisse und die Tagesform der Mitglieder abzustimmen. Neueinsteiger brauchen einen geschützten Raum, um ohne jeden Leistungsdruck die ersten Schritte am Tisch zu wagen.

Unser herzlicher Dank gilt dem Vorstand und der Gemeinde Machern für die Bereitstellung einer festen, eigenen Trainingszeit: montags von 13:00 bis 14:00 Uhr.

Besonders wertvoll ist das Miteinander: Etablierte Stützpunktmitglieder – allen voran Dieter, Brigitte, Armin und Uwe – spielen regelmäßig mit den Einsteigern und geben wertvolle Tipps weiter. Auch Moni aus der Seniorengruppe unterstützt uns fast bei jeder Einheit tatkräftig. So ziehen alle an einem Strang.

Gezieltes Techniktraining mit Thomas Pflock

Auch wenn es körperlich fordernd ist, war der Wunsch nach einem strukturierten Techniktraining groß. Wir freuen uns riesig, dass wir Thomas Pflock dafür gewinnen konnten. Bei jedem Training sind nun an einem Tisch Bänder gespannt, Zielringe platziert und Balleimer bereitgestellt. Im regelmäßigen Wechsel feilt Thomas mit jedem an der Schlagtechnik – eine wertvolle Basis für die sportliche Weiterentwicklung.

Wissenschaftliche Begleitung durch die Universität Halle-Wittenberg

Ein weiterer Meilenstein: Nach einem Vorstandsbeschluss wird die Entwicklung unseres Stützpunktes künftig wissenschaftlich begleitet. Jun.-Prof. Dr. Robert Stojan vom Institut für Sportwissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg forscht intensiv zum Themenfeld Parkinson und Bewegung.

In seinen Studien analysiert er die positiven Effekte des Tischtennistrainings auf kognitive sowie motorische Fähigkeiten. Ziel ist es, den gesundheitlichen Nutzen des PingPongParkinson-Trainings wissenschaftlich fundiert zu belegen, Fördermöglichkeiten zu stärken und passgenaue Trainingskonzepte für Parkinson-Betroffene weiterzuentwickeln. Die Zusammenarbeit startet im Oktober 2026 mit einer Kick-off-Veranstaltung.

Turniere, Gemeinschaft und Ausblick auf die Weltmeisterschaft

PingPongParkinson bietet allen Wettkampfbegeisterten spannende Turniere – und wir sind mittendrin:

  • 05.09.2026: Teilnahme von Felix, Torsten und Armin am Stada-Cup in Zwickau.
  • 12.09.2026: Fahrt zum Stützpunkttreffen nach Gera zum gemeinsamen Austausch und Spiel mit Betroffenen und Angehörigen.
  • 26.09. – 30.09.2026: Das absolute Highlight: die PingPongParkinson-Weltmeisterschaft in Hannover mit über 840 Teilnehmern aus aller Welt – und Felix sowie Armin gehen für uns an den Start!

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Doch ganz gleich, wie die Spiele ausgehen: Das Schönste bleibt das gemeinsame Erlebnis, die gegenseitige Unterstützung und das Wissen: Niemand ist mit der Krankheit allein – wir sind viele und wir spielen gemeinsam gegen Parkinson!

Herzliche Grüße,

Kerstin Dittrich

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